Dienstag, 25. April 2017

Man gewöhnt sich nie dran

Während ich diese Zeilen schreibe, werden hinter mir in meiner Küche zwei Löcher zugemauert.
Der zweite Wasserrohrbruch binnen Jahresfrist wird dort versiegelt.
Morgen kommt Farbe drüber und hoffentlich können dann auch bald alle Schränke wieder dran.

Wenn ihr wissen wollt, wo ihr den Julienne-Schneider oder die Ersatz-Fondue-Gabeln gelassen habt... einfach mal alle Küchenschränke im Wohnzimmer ausleeren, während die Nachbarn mit den feuchten Wänden und Decken hektisch daneben stehen.
Ich wünschte das wäre schon der würdeloseste Moment der letzten Wochen gewesen, aber ich bin ja auch noch (leider nüchtern) beim Taxi-Winken vom nassen Kantstein auf die Straße gefallen, das Taxi fuhr natürlich weiter und ich konnte mich in die Gruppe ausgelassen johlender Jugendlicher an der Bushaltestelle zurückgesellen, welche sich ärgerten, mein unkoordiniertes Abmaulen nicht für Youtube konserviert zu haben.

In den Wochen danach war ich noch zwei mal zum Röntgen der Hände, mittlerweile zieht nur noch der rechte Ellenbogen. Es ist schon berechtigt, dass Menschen vor ein paar hundert Jahren nur maximal Mitte 30 wurden, ab da macht der Körper halt dicht. Einen Spender-Ellenbogen gibt es auch in der Motorradsaison nicht so einfach. Hab gefragt. Wohl kein populärer Scherz in der Notaufnahme.

Aber es gibt Schlimmeres - meine Tochter hat sich das Septum piercen lassen. Ich verwechsel das immer mit Sternum (DAS wäre mal ein Piercing), würde aber sicherlich nicht alberner aussehen, als die Wahl meiner Tochter.... ein Nasenring wie frisch aus dem Nutzviehhandel.

"Das ist doch super so, da sieht man keine Narbe, falls man es eines Tages rausnimmt."

"Warum sollte man es denn rausnehmen ?"

"Falls es einem irgendwann nicht mehr gefällt."

Ich lasse das jetzt einfach mal so im Raum stehen und verweise wie immer darauf, dass es auch hätte schlimmer kommen können. Meine beiden "homoperversen" Mädels (ich liebe dieses Adjektiv) haben ein Heimpiercingset bei einem großen Versandhändler erstanden und piercen sich seither gegenseitig alles, was irgendwo raus- oder absteht, oder nicht genug raus- oder absteht.

Sind damit aber keine Trendsetter, ich verweise auf die Weihnachtsfeier ´95 bei mir im Amt, wo so manches Heftgerät zweckentfremdet wurde.

Abschließend hier ein Foto der Lokalzeitung, wo mir letzte Woche irgendein Homoperverser gerade die Regenbogenfahne in die Hand drückte und es durch die Verkettung unglücklicher...

..ach Scheiß drauf... soll doch jeder glauben was er will.

Es fehlt der schwarze Streifen auf der Fahne für "latent asexuell"
Habe mir kürzlich einen Hund über Nacht geliehen, nur um zu sehen, ob ich mir überhaupt noch mit einem Säugetier das Bett teilen kann. Stellt sich raus - kommt ganz darauf an, ob das Säugetier vom Wolf abstammt, körperlich überlegen ist und das Bett gerne für sich alleine hätte.

Couch ging aber klar, hat mir wieder alle Langzeit-Beziehungen vor Augen geführt.


Zum Schluss noch ein Kino-Tipp : Alles außer "Power Rangers"   -_-




Sonntag, 12. März 2017

Normal

"Du solltest viel mehr Zeit mit normalen Leuten verbringen..." sprach Bonnie gestern am Steuer ihres Smarts während draußen die vernebelte, äußerst rurale Kulisse des fiesen Teils Mecklenburg-Vorpommerns schleppend vorbeizog.

"Mit wem denn ?"

"Zum Beispiel mit Lotte und mir !"

"Wo ist Lotte heute eigentlich ?"

"Die hat einen Ukulele-Workshop in Kiel."

"Und was liegt bei Dir heute Abend so an ?"

"Ich bin um 7 bei Burger King zum Schuhe anprobieren verabredet."

"Warum halten wir hier im Gewerbegebiet ?"

"Hier ist der Pfefferminzschnaps 80 Cent günstiger als bei uns."

"Und wo wollen wir eigentlich hin ?"

"Ich kenne einen total abgelegenen Strandabschnitt, da können wir spazieren gehen."

"Es sind 3 Grad draußen, im Wind vielleicht noch kälter !"

"Ja... aber STRAND !!!"

"Normale" Leute 
Ja, wenn man sich abgewöhnt Fragen zu stellen, ist Bonnie die netteste, liebste, normalste Freundin der Welt, hab so einen Ausflug aus dem Chaos dringend gebraucht.
Bei solch landschaftlicher Reizarmut kann man sich gleich viel besser unterhalten... oder wahlweise mangels Handyempfang in die Unfallopferstatistik einreihen.
Um es besser zu umschreiben - das Schild "Unbewachter Badestrand" wies dichten Moosbewuchs auf und an die paar Leute, die sich unverständlicherweise dort irgendwann ansiedelten (vermutlich bei irgendeiner Völkerwanderung unterwegs keinen Bock mehr und anspruchslos) leben heute von so ausgefallenen Berufen wie "Winterlager für Wohnmobile in der Scheune" oder Bierausschank an Nazis.

Apropos Nazis... kein Wunder, dass die sich da so heimisch fühlen, denn es gibt sie noch, die Orte, die kein Alliierter auf einer Karte finden würde. Müssten sie aber auch gar nicht, es sieht alles noch aus wie frisch zerbombt.

Sooo, ich werde heute 41 Jahre alt und wenn meine Tochter nicht gestern 16 geworden wäre, könnte ich in Herrenfreizeithose im Bett bleiben, Kaffee trinken und Musik hören. So werde ich aber heute Mittag von meiner Mutter und meiner zugegeben geliebten Brut zum Essen eingeladen und heute Abend machen wir das selbe Spiel noch mal mit meinem Vater drei Restaurants weiter in der selben Straße.



Was mir dabei am schwersten fällt ist harmloser Smalltalk.

Warte mal ab, am Ende bin ICH nicht normal.





Freitag, 10. März 2017

Geht das nur mir so ?

Der Volksmund und das Phrasenlexikon sind sich einig : Man weiß immer erst was man hatte, wenn man es verloren hat.

Keine Angst, es geht nicht um Liebeskummer - das ist im Verlauf der Jahre zu einem tinitusartigen Hintergrundpiepen verkümmert, es ist immer da, wird immer da sein und nervt am meisten kurz vorm Einschlafen, - nein, es geht vielmehr um meine Ruhe.

Mir war bis vor ein paar Monaten gar nicht bewusst, dass sich unter meiner Wohnung noch eine weitere befindet. Ja, das waren schöne, unbeschwerte Jahre, bis dort im November scheinbar eine 20-köpfige friesische Holzschuh-Volkstanzmannschaft einzog. Zumindest werktags. Am Wochenende trifft sich die Selbsthilfegruppe der Wacken-Stagediver zu ihrem Moshpitzirkel.

Beides geht überaus ambitioniert vonstatten.

Bisher hat mich der Schlafentzug noch nicht suizidal genug geschliffen um dort zu klingeln.

Nicht mal auf die sonst so zuverlässigen Rentner hier im Haus ist noch Verlass... die haben doch sonst immer alles so schön im Griff gehabt und etwaige Zuwiderhandlungen gegen die Hausordnung minutiös protokolliert am schwarzen Brett neben den Briefkästen angeprangert.

Ich erinnere mich immer noch gerne an :

"Derjenige, der am XX.XX. um 14:27, 14:45 und 14:55 die Bohrmaschine benutzt hat, wird noch einmal dringend auf die Einhaltung....."

Jahahaha, das waren güldene Zeiten.

Und heute ? Heute sitze ich im Bus neben einem Jugendlichen mit zu lautem Kopfhörer und der Nothammer glitzert ganz verführerisch.


Es muss ja nicht immer gleich die Axt oder der Prophet sein... manchmal sind schon ein Eierlöffel ,ein weiteres Wochenende über dem High-End-Subwoofer und eine misanthropische Grundeinstellung genug, damit für den Polizeibericht keine Textbausteine mehr reichen.

Will aber ehrlich sein... viel schlimmer als die permanente Musik- und Partybeschallung ist das Staubsaugen am nächsten Vormittag (Späne vom Parkett ?), denn das vermittelt obendrein ein schlechtes Gewissen wenn ich mich hier so umschaue.



Dienstag, 7. März 2017

Es ist vollbracht

Der Lesbenflüsterer hat sein Ziel erreicht... es soll zerknüllte Laken,beschlagene Scheiben, lärmgenervte Mitbewohner und einen Aschenbecher auf dem Nachttisch gegeben haben. Mehr Details wollten sie mir heute nicht geben, aber damit kann ich schon arbeiten.

Wie habe ich es also nach monatelangem Coaching, beknieen, analysieren und Dialog-Rollenspielen geschafft, dass die beiden Knaller endlich mal konkret was wegstecken ?

Nun, ich habe mich an eine uralte Methode aus meiner Adoleszenz erinnert und die beiden unter fadenscheinigem Vorwand zu einem Skip-Bo Spiel bei einem Freund eingeladen (Skip-Bo ist die Königsdiziplin aller Psychiatrien der Welt) und da konnten sie kaum nein sagen.



Zum Rezept :

Man nehme 1 Flasche billigsten Bourbon, 2 Flaschen Spumante und einen sensationell anhänglichen jungen Hund, den man immer wieder auf Ihre Couch verfrachtet.

BÄM.




Stelle aber fest, dass ich streckenweise doch selektiv homophob veranlagt bin,... der Douglas-Mitarbeiter, der mir kürzlich den Namen des Parfüms meiner Tochter von hinten über die Schulter säuselte, hätte fast seine Zahnersatzzusatzversicherung in Anspruch nehmen müssen.

War nur ein Reflex.

Apropos meine Tochter...muss jetzt mit ihr zum HNO-Arzt, die hat wohl nen Hörsturz :(


Mittwoch, 1. März 2017

Alternativen zu Alternativen

Wie viel Toleranz muss man einer Institution entgegenbringen, deren Kernkompetenz Intoleranz ist ?

Meines Erachtens gar keine.

Die Af D Schleswig-Holstein (gibt es wohl wirklich, ist mir auch unangenehm) wird also voraussichtlich Morgen Abend hier in Lübeck Ihren Wahlkampf starten, nachdem Kiel aufgrund von "Sicherheitsbedenken" absagen musste.

Wie man dann ausgerechnet auf Lübeck kam, muss mir mal jemand ganz in Ruhe erklären.

Warum denn nicht irgendein Kaff in der Holsteinischen Schweiz ? Da können sie sich fleißig auf den Feldern tummeln, zwischendurch mal schauen wie weit der Spargel ist und sich abends vom Betreuer zurück ins Heim fahren lassen. Dann hat man sich mal gegenseitig auf die urdeutschen Schultern geklopft, alle waren mal an der frischen Luft und der eine Dorfpolizist, den sie pro forma abstellen mussten kann dann auch noch mal mitmachen wenn keiner hinschaut.

Dann sind alle glücklich und solange die Presse nicht berichtet, stört es auch keinen.

Mal so als Vorschlag. Ist nicht böse gemeint.

Aber Nein... es muss ja anders kommen. Die von mir nur-so-mittel geschätzte Frau ¿qué? Petry wird also vor ihrer Zielgruppe der verängstigten Nach-unten-Treter sprechen wollen.

Vor der Tür :

AHL - Antifa Herzogtum Lauenburg, Antifaschistische Koordination Lübeck, Attac Regionalgruppe Lübeck, Bollwerk, Bündnis "Solidarisch gegen den Hass", Café Welcome, Faivereinen, Humanistische Union Lübeck, Interventionistische Linke (IL) ,Jusos Lübeck, LaRage, Die LINKE, Lübecker CSD e.V., Lübecker Flüchtlingsforum e.V., Die organisierte Frechheit (OF), SPD Kreisverband Lübeck, Umweltgewerkschaft - Ortsgruppe Lübeck, VVN-BdA Lübeck/Lauenburg, Women´s March Lübeck

...und ein paar Hundert tatsächlich besorgte Bürger wie ich, die dem braunen Treiben wenig bis gar nichts abgewinnen können.

Wobei "braun" natürlich ungenau ist, die AfD ist in meinen Augen das politische Überraschungs-Ei :

Außen braun, innen gelb und die Figuren da drin sind albern.

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass es tatsächlich so bunt, friedlich und kreativ bleibt wie auf Facebook angekündigt. Aber dafür sind wir hier eigentlich bekannt. Nicht so wie in Kiel.





Dienstag, 28. Februar 2017

Allein mir fehlt der Glaube

Muss zu dem Post von gestern vielleicht was anfügen, falls einer denkt "Gott, was ist das für ein Monster, das am Sarg mit Angehörigen diskutiert."

Es war vielmehr eine Lagebesprechung als eine Diskussion und es ging um die Kids und unseren gemeinsamen Umgang zu eventuellen Fragen über den Tod. Schließlich sind wir beide keine Christen und ein "Opa ist jetzt im Himmel und schaut uns zu" würde bei beiden Kids vermutlich eher ebenfalls naturwissenschaftlich in Frage gestellt, als das es den vermeintlichen Trost vermittelt.

Wir hatten natürlich die Zahnfee, Osterhasen und sogar ein Jahr einen Weihnachtsmann angemietet, (dessen FC St.Pauli-Totenkopfshirt heiter durch den dünnen roten Filzstoff schimmerte).
Ja, all das haben wir heil hinter uns gebracht, warum also jetzt mit Jesus oder ähnlichem Humbug anfangen ?

Habe in dem Zusammenhang einen interessanten Vortrag von Sam Harris gehört, der einen Fall einer Frau schilderte, die etwas Furchtbares durchleben musste - Ihr noch minderjähriges Kind starb an Leukämie, sie ist aber US-amerikanische Hardcore-Christin und dermaßen in Ihrer Parallelwelt verankert, dass sie sich selber glaubhaft machen konnte, das Kind sei jetzt in einer besseren Welt und man sei eines Tages wieder mit ihr vereint.

Ich empfinde nur diesen Aspekt des Glaubens eher beneidens- als bemitleidenswert, auch wenn es bei Sam Harris eher darum ging, dass diese Frau alle natürlichen Phasen der Trauer verweigerte und in lupenreine Schizophrenie abdriftete.
Wobei das im bible-belt wohl nur ein Katzensprung ist.

Bevor ich hier jetzt theistische Grundsatzdiskussionen auslöse, möchte ich etwas loswerden, worauf wir uns hoffentlich alle einigen können : Man braucht keine wieauchimmer geartete Fibel, die einem die Goldene Regel befiehlt. Die hat man als Gattung Homo schon evolutionär mit auf den Weg bekommen und die verstehen auch schon Kleinkinder.

Die hilft nur nicht bei Trauer, aber dafür sind wir ja da.


Montag, 27. Februar 2017

Stimmt eigentlich

Mein Hausarzt, meine Therapeutin, mein Freundeskreis, meine Ex-Freundin, meine Kollegen sogar mein Vater sagen, ich solle mal wieder bloggen. Das werden sie noch bereuen.

Habe heute Morgen eine liebe Mail in dem Zusammenhang beantwortet und dabei fiel mir auf, dass zwischenzeitlich ne ganze Menge Unterhaltsames passiert ist. Zumindest für Dritte.

Ich selber fand es beispielsweise weniger witzig, einen Fisherman´s Friend aus dem offenen Sarg meines verstorbenen Ex-Schwiegervaters vor den Augen seiner sprachlosen Tochter zu fummeln, welcher mir kurz vorher im Rahmen einer Diskussion mit eben jener Höllenbrut holden Maid aus dem Mund fiel.

Tragedy + Time = Comedy (hoffe ich)

War die Monate eigentlich nur bei Instagram unterwegs und das auch eher passiv, denn ich weigere mich beharrlich in meinem biblischen Alter auch noch Hashtags zu vergeben, genau wie ich jetzt schon mit einsetzendem Altersstarrsinn begründen kann, mich jeder Art von genderneutralen Pronomen zu verweigern. Sollen sie doch kommen, die Social-Justice-Schneeflocken.

Pffff (kein Pronomen, nur Lautmalerei)

Wo wir gerade dabei sind... ich behaupte, Unisex-Arbeitsplatztoiletten sind keine Errungenschaft einer aufgeklärten Gesellschaft, sondern vom Arbeitgeber-Verband ins Leben gerufen, um Männern den letzten Ort zu nehmen, an dem Highscores in Handyspielen noch möglich waren.

#candycrushsmaragdligadritter #beihashtagsvielleichtinkonsequent

Was war sonst noch so los ?

Nun, ich war ein paar Monate lang Simultandolmetscher eines lesbischen Borderlinerpärchens, die nüchtern nicht über Gefühle füreinander sprechen können und von denen sich rückblickend betrachtet irgendwie zu jedem Zeitpunkt abwechselnd eine der beiden killen wollte.

Mir wird oft nachgesagt, es mangele mir an sozialer Kompetenz, ich könne mich schlecht abgrenzen und einfach nicht "Nein" sagen.

"Wenn sie heute aus der Klinik entlassen wird, kannst Du Dich heute Abend etwas um sie kümmern, sie ist noch nicht so stabil."

"Klar, kann ich machen, okay."

"Wenn Du einkaufen bist, kannst Du bitte zwei Flaschen Weißwein mitbringen, das beruhigt mich enorm."

"Kann ... ich machen, okay."

"Als Du in der Küche warst, hab ich mich so aufgeregt über ein Telefonat und habe mir den Arm und das Bein abgefackelt, kannst Du bitte bleiben, ich weiß nicht wie sich das entwickelt mit den Wunden ?"

"....o...kay."
(12 laaaaaaange Stunden später)

"Oh, Nein...mein Kaninchen, das Du betreut hast als ich in der Klinik war, liegt flach im Käfig und frisst nicht mal Butterkekse (WTF???), wir müssen zum Tierarzt und dann in die Notaufnahme mit meinen Wunden."

Ich wünschte, es wäre ein Witz, wenn ich sage, dass ich mittlerweile die komplette Getränke/Instantsuppen-Reihenfolge des Kaffeeautomaten der Notaufnahme der Lübecker Uniklinik auswendig aufsagen kann. Problemlos.

Oder um es mit den Worten meiner Therapeutin zu sagen :

"Kennen Sie eigentlich auch normale Leute ?"

Wer will das schon ?


Ja, arbeiten war ich zwischenzeitlich auch manchmal





Donnerstag, 23. Juni 2016

midoegal

Kürzlich bemerkte Bonnie, sie hätte mich noch nie im T-Shirt gesehen, also ohne Hemd oder Pullover.
Das stimmt und hat einen einfachen Grund - ich betrachte T-Shirts als Unterwäsche.

Ähnliches gilt für kurze Hosen. Wobei "kurz" für alles gilt, was nicht über den Knöchel reicht, schließlich fahre ich keine Pakete im braunen Van spazieren.

Das waren meine eisernen Regeln bis ein Hochdruckgebiet über den mittleren Azoren... ach scheiß drauf, ihr schaut ja selber Frühstücksfernsehen.

Als ich also heute morgen nach dem zweiten Duschen nackt vor dem Industrieventilator lag und trotzdem ölte, beschloss ich das bis dato Undenkbare - ich würde nur mit T-Shirt und Bermudashorts einkaufen gehen. Und soll ich Euch was sagen ... ich glaube, ich bin endlich in einem Alter, wo mir die anderen Leute egal sind.

Sollen sie doch schneeblind werden beim Anblick meiner Waden.
HA, da hab ich alleine heute schon erheblich Schlimmeres über´s Kühlregal gebeugt gesehen.

Spiele mit dem Gedanken, mir Sandalen zu kaufen.

Aber das wird nur die Hitze sein, die da aus mir spricht.


Mittwoch, 22. Juni 2016

Altes Konzept

Hatte gerade ein mittleres Déjà-vu als Oliver Welke nach halbstündigem Einheizen auf die anstehende Partie Portugal-Ungarn sprach :

"Sooo und jetzt ist es soweit, wir schalten rüber ins Stadion.... esmoderiertfürSieBélaRéthy." 

Schnitt - und bereits nach wenigen Minuten hat sich die "Mute"-Taste auf der Fernbedienung verdient gemacht. Kann mir gut vorstellen, dass man sich im Studio kräftig beömmelt hat, schließlich habe ich so ein Ding auch schon abgezogen.

Versuche die Story so kurz wie möglich zu halten.

War bereits bei der Bundeswehr genau wie ein großer Teil meiner Einheit überzeugter Pazifist.
Kann am Gras gelegen haben, man weiß es nicht. 
Wie dem auch sei, auf Großübungen mussten wir nicht joggen oder uns ein- und wieder ausbuddeln, wir konnten lesen und schreiben und wurden deshalb recht entspannt eingesetzt. Hab ein mittleres Vermögen damit gemacht, schmutzigen Menschen in Erdlöchern Snickers zu verkaufen. 
So schlenderte ich von Loch zu Loch. 
Wenn das Wetter schlecht wurde, wollte ich lieber drinnen arbeiten und habe bei einem Manöver in der Lüneburger Heide in der Küche gearbeitet, während draußen hunderte Kameraden durch den Matsch robbten. 

Es kam ein Tag, da wurde mir mitgeteilt, alle Soldaten seien seit 24 Stunden draußen und hätten natürlich mächtig Hunger wenn sie wiederkämen, man solle sich drauf einstellen.

Es gab nen Doppelzentner Bami Goreng. 

Mit Erdnusssauce.

Jetzt weiß ich nicht, ob jedem Leser die Optik, Haptik und der Geruch von Erdnusssauce spontan vor Augen ist, aber man kann sich den Großkochtopf grob so vorstellen wie ein Becken im Klärwerk.

Nicht nur für Allergiker gewöhnungsbedürftig.

Ich habe mich drum gerissen, den Abend an der Essensausgabe stehen zu dürfen, denn nichts ist geiler, als hungrigen, matschigen, elend dreinblickenden Kollegen langsam einen riesigen Teller Bami Goreng aufzufüllen und den Glanz in den Augen zu sehen.... und bevor sie "NEIN" schreien können, ne große Kelle Erdnusssauce blitzschnell hinterherzuballern.
Ich habe schon mehr Menschen gebrochen als Guantamo.

Nun.... Béla Réthy ist die Erdnusssauce des ZDF. 

Finde ich.


Donnerstag, 16. Juni 2016

Dreh´ Dich weg, ich kann so nicht

Gerade in letzter Zeit vergeht kaum ein Tag, an dem mich nicht irgendjemand fragt, warum ich eigentlich nicht professioneller Leichtathlet geworden bin.


Früher hatte ich mal einen ganzen Strauß von Ausflüchten auf diese Frage am Start, aber ich möchte endlich mal die Wahrheit loswerden.

Ja, ich bin ein unförmiger Klumpen Altfett, aber das ist nicht der wahre Grund.

Ich kann nicht pinkeln, wenn mir einer zusieht und das hätte Dopingproben unnötig in die Länge gezogen. Im Stadion ist das Flutlicht schon aus, der Hausmeister wischt um Dich rum und neben Dir starrt Dir der WADA-Vertreter sichtlich genervt seit Stunden auf die Nudel.
Das wollte ich natürlich tunlichst vermeiden und allein deshalb habe ich im dritten Lebensjahr beschlossen, mich nur im Notfall zu bewegen und mich von anderen Menschen am Rücken kratzen zu lassen.
So nah und doch so fern.

Dachte also, ich hätte das Horrorszenario abgewendet, jetzt stellt sich heraus, dass ich auch außersportlich demnächst zum Dopingtest rausgewunken werde und ... und.....

NOOOOOOOOOOO.

Sportleistungszentrum Freiburg (Beispielabbildung)

Andererseits könnte ich danach ja doch noch in die rhythmische Sportgymnastik (Bälle, Keulen, Schleife) einsteigen. Was hat man noch so etwas Unwürdigem noch zu verlieren ?

Ist Synchron-Ertrinken olympisch ? Das könnte ich auch. Mich einfach an einem Opfer festkrallen und abwärts geht´s.

Apropos Drogentest - das erinnert mich an den wahnsinnig witzigen Abend mit Landy, welcher die Software für tragbare Alkoholmessgeräte der Polizei für ein großes Lübecker Unternehmen entwickelt. Wir wollten das Gerät unter Echtbedingungen testen.

Versuchsaufbau :

- 1 offizielles Alkoholmessgerät
- 1 Flasche Havana Club 7 Jahre
- Eiswürfel

Eine Flasche Rum später stellen wir beide ziemlich überrascht fest, dass wir kaum reden, nicht gehen, aber durchaus noch hätten fahren können.

"Aaaaaalter, da müsst ihr aber noch mal nachbessern (Hicks), dasdasdas geht so nicht."

(albern kichernd) "Wir haben die schon geshipped."

Gute Zeiten.







Mittwoch, 15. Juni 2016

Ctrl+V


Eigentlich müsste ich jetzt hundertmal schreiben, dass ich niemandem indirekt unterstellen sollte "borderline-pädophil" zu sein, insbesondere, wenn ich ihn eigentlich mag, den uralten Kinderficker.

Jetzt ist es aber für jeden, der mich länger kennt, kein großes Geheimnis, dass ich für nen Gag auch gerne mal über Leichen gehe und mir die Tragweite erst später bewusst wird.

Ein Beispiel :

Meine Tochter kam kürzlich nicht dazu, ein Buch zu lesen, über welches sie eine detailreiche Besprechung abliefern sowie eine Arbeitsmappe abzugeben hätte.

"Kind, ich mache das." sprach der Papa und dann geschah eine Woche lang ... nix.

Aber ich wäre ja nicht der King of Procrastination, wenn ich nicht Donnerstag mittag das Buch erstmals aufgeschlagen, es bis 18 Uhr komplett verschlungen, nachts um 1 meine Version der 5-seitigen Besprechung begonnen und ab 3 Uhr nachts das gesamte Elend noch in Asi-Kinderslang umgeschrieben hätte, nur um ihr das um halb 6 zu mailen, damit sie es ausdrucken könne und zur Deadline 2 Stunden später abgäbe.

Das klingt nett, aber ich habe tief in der Besprechung einen in meinen Augen guten Witz eingebaut, welcher allerdings in starkem Kontrast zum Thema "Jüdische Familie auf der Flucht vor der Verfolgung nach Hitler´s Machtübernahme" steht.

Sollte die Lehrerin in dem Zusammenhang auf das Kind zukommen, hat die Brut eine wichtige Lektion gelernt : Das nächste mal lässt Du das Ganze lieber vom Hund fressen.

Warum ich überhaupt noch Referate und Ähnliches mit Ihr erarbeite ? Nun, die Themen "Aufbau der Erdkruste", "Verbreitung des Mischwaldes in Europa nach der letzten Eiszeit" sowie "Zeppeline und Luftschiffe" waren derartige Kracher dass wir unser Publikum nur ungern warten lassen wollten.

Außerdem hatte das Kind besseres zu tun - zum Beispiel abwechselnd mobben und gemobbt werden, Eintrittsstempel für Money-Boy-Konzerte fälschen oder über schüchterne Jungs im Tanzkurs lästern.
In Filmen und Serien sind Heranwachsende meines Erachtens ungenügend dargestellt.


"Erziehung bringt nix - die machen einem eh alles nach" - Karl Valentin

"...und nur weil Sarah, die Schlampe, die Wodkaflasche so weit aus der Tasche hat hängen lassen, haben die Bullen überhaupt was mitgekriegt." - Meine Tochter


Ich glaube, die Rede der Jahrgangsbesten muss ich nicht schreiben.
Ist ja auch mal schön.


Stellt sich raus - ist wohl gar kein Aschenbecher.
Schade, so einen wollte ich haben.

Dienstag, 14. Juni 2016

Noch schwindelig vom letzten Tanz

Das wird die EM meines Lebens. Ich kann jedes Spiel in voller Länge auf der Couch verfolgen, selbst solch zeitlose Klassiker wie Slowenien-Island (Mein Halbfinaltipp mit einer Quote 136:1).

Urlaub ? Nein. Ich habe mich zur Entgiftung in einer Klinik angemeldet und muss zu Hause auf einen freien Platz warten. Entgiftung ist ein großer Begriff, zumal ich mich derzeit am ehesten vom Spontankauf eines Döners am Sonntag erhole. Ich glaube, der Laden HEIßT "Neueröffnung".
Und während ich also meine Projektilwürg-Schiss-Kombo so gut es geht in Schach halte, habe ich mal wieder Zeit und Lust zu bloggen.

Zunächst einmal scheint sich ein Muster zu wiederholen - Beziehungen enden bei mir in den letzten Jahren auf die eine oder andere Weise in einer Nervenklinik. Aber sei´s drum - gibt Schwachsinnigeres als im Kreis zu sitzen und Mandalas auszumalen ... zum Beispiel Slowenien-Island schauen... oder arbeiten.

Apropos Beziehungen... ich wurde heute Nacht von einer guten Freundin bei Whatsapp gefragt, warum "wir eigentlich damals beim Kennenlernen" nicht gevögelt hätten.

Hab mich ne Stunde im Kopf mit Antworten rumgeschlagen irgendwo zwischen "Weil ich nicht so borderline-pädophil wie Dein Freund bin" bis "Hätte ich gewusst, dass das eine Option ist....."

Fakt ist aber ein kleines Geheimnis, das ich hier mal kundtun muss :

Beobachte das seit 24 Jahren bei mir - ich könnte morgen bei den X-Men unterkommen, denn ich verfüge über eine Superheldenfähigkeit. Ich kann aus tollen Freunden beschissene Liebhaber machen, nur durch simples Berühren mit dem Penis. (Hier blöden Zauberstab-Witz wegdenken).

Ist jetzt nicht so die superpraktische Fähigkeit. Aber hey, das Herz will, was das Herz will und das gilt auch für alle anderen Körperteile wenn das Hirn erst mal aussetzt. Hirnaussetzer hatte ich jüngst geballt ne ganze Menge und das würde ich gerne mal ausmerzen.

Gibt ja gesunde Alternativen :

Freitag, 13. Mai 2016

6 feet under

Eine liebe Freundin hat jüngst einen Job ergattert, bei dem sie Zugriff auf Fachzeitschriften für Bestatter hat.

Die Ausschnitte werde ich mal schnell hier posten und dann ab nach Tschechien Polen Sachsen.





Neu : Jetzt extra saugfähig

Ne mobile Kühlung hätte ich heute auch gerne.


Bin gespannt, ob dieses mal bei der Fahrt mein Sitznachbar das subtile Zeichen des Kopfhörers als internationales "Do not Disturb" gelten lässt, oder ob ich wieder den potentiellen Erfinder der Weltformel auf Freigang aus der forensischen Psychiatrie am Lappen habe.

("Oh mein Gott, der Typ hat seit Potsdam nicht geblinzelt.")



PS : Drückt bitte alle mal Werder Bremen die Daumen, denn wenn sie Samstag absteigen sollten, bin ich selber reif für gepolsterte Wände.

Mittwoch, 11. Mai 2016

Kannste draußen nicht erzählen, sowas

Ich habe heute dienstlich schauen sollen, ob ein Haus noch existiert.

Der Briefträger war anderer Meinung.

Will das nicht weiter vertiefen, nur soviel - Das Haus war noch da, wo wir es zuletzt gesehen hatten und ich habe mir bei 25 Grad 2 Stunden Arbeitszeit dafür notiert.

Kann mir gut vorstellen, dass man bei dem Wetter IM BÜRO langsam irre wird, anders kann ich mir auch nicht erklären, warum ich Buchungen von der Kasse postalisch zurückbekam mit der telefonischen Anmerkung, ich solle zukünftig alle Belege "mit der Büroklammer oben links" einsenden und nicht die Hälfte des Stapels umdrehen, damit es besser in den Umschlag passt.

Noch mal :

Die haben mir einen Haufen Belege lieber zurück geschickt, als die genaue Hälfte davon um 180 Grad zu drehen.

Die bringen mich immer wieder zum Staunen.

Sooo, ich muss hier heute noch einiges schaffen. Übermorgen los nach Dresden und wenn ich nicht vorher abspüle, kann ich Montag hier klingeln und mir wird geöffnet, obwohl ich eigentlich alleine wohne.

* Video ausgetauscht


Dienstag, 10. Mai 2016

Das willst Du nicht erleben


Eigentlich bin ich ein freundlicher, friedlicher Zeitgenosse, aber Du möchtest mir keine Information über Dich anvertrauen, mit der ich Spaß haben könnte. So bereut eine Arbeitskollegin es sicherlich nicht, vor der Wende für das "Fischkombinat Rostock" Handball gespielt zu haben.... dass ich das weiß, aber sicherlich schon. Mittlerweile.

Ebenso solltest Du mir nicht nach ein paar Bier erzählen, Du hättest jüngst mit Deinem Prof im Auto auf dem Parkplatz rumgemacht, denn Du wirst nie das Ende aus meiner Richtung hören.

Richtig übel wird es aber erst, wenn ich es mit einem Fremden zu tun habe und mir irgendetwas Grundsätzliches nicht gefällt. Wie zum Beispiel das Keltenkreuz an der Wand des neuen Freundes einer Ex.

Aus der Hüfte fotografiert ;)
Ich habe wenige tolle Fähigkeiten, aber auf eine bin ich wirklich stolz :

Wenn ich Dich wirklich verarschen will, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Du es als letzte Person im Raum bemerkst. Gerade wenn Du doof bist.

Ich : "Oh Holla ! Hast Du das selbst gebastelt ?"

Er : "Ja."

Ich : "War bestimmt viel Arbeit. Ich habe sowas auch mal gemacht. Das war ein Frühstücksbrettchen mit dem Lötkolben. Ergotherapie in der Psychiatrie. Auch Lötkolben ?"

Er : (sichtlich verwirrt) "Ja, schon."

Ich : "Sind das Runen da drunter ? skandinavisch oder angelsächsisch ?"

Er : "Weiß ich nicht."

Seine neue Freundin ist dann leider dazwischen gegangen, denn ihr war ziemlich schnell klar, dass einer von uns wahlweise seine Würde oder die Zähne verlieren würde. Schade, ich hatte noch so viele Fragen und ich kann so unschuldig schauen dabei.

Mit genau dieser Ex habe ich mich mal bei einem Grönemeyer Konzert im Foyer der Veranstaltungshalle aus Spaß nach der Richtung und Entfernung eben dieser Halle bei unzähligen Anwesenden erkundigt und ALLE haben mir offen geantwortet, ich sei bereits angekommen.

Letzte Woche dachte ich aber, ich hätte meinen Meister gefunden...

Vor längerer Zeit hatte ich hier mal einen Beitrag über einen Kalender, der hier im Wohnzimmer an der Wand hängt. Die Abbildung für jeden Monat ist ein Schwimmbagger mit Güllepumpe auf variierend ekeligem Untergrund. Lotte und Bonnie fanden den kürzlich ebenfalls putzig und ich habe dem Hersteller nach Finnland gemailt, ich sei ein großer Fan Ihrer Produkte (was stimmt) und ob sie nicht vielleicht noch 2 Exemplare eben dieses Kalenders übrig hätten.
Im Mai.
In recht schleimigem englisch.

Antwort : "Gerne, geht morgen per Luftpost raus."

Dachte natürlich... okay, jetzt will er mich verarschen.

3 Arbeitstage später auf meinem Schreibtisch im Büro :


Hut ab !!

Ansonsten habe ich relativ erfolglos an einem Astronautentraining teilgenommen. Die nennen das zwar anders da im Freizeitpark, aber ne halbe Stunde Zentrifuge hätte mich nicht mehr erschüttern können nach der Scheiße.

Was war sonst noch ? Letztes Jahr dachte ich noch, der Begriff "Friedomat" (R) für den Wahlomat für Grabstätten sei in seiner inhärenten Dämlichkeit nicht mehr zu toppen, da kommen die Kollegen mit einer flächendeckenden Plakatkampagne :


Letal viral.

Noch ein Picdump :








Montag, 25. April 2016

Don´t pay the ferryman

Regel Nummer 1 im Arbeitskampf : Wer am organisiertesten jammert, gewinnt.

Nie werde ich zum Beispiel beim Arzt das Gefühl los, er würde am Hungertuch nagen, wenn er sich nur eins leisten könnte. Da wurde schon so mancher Pappsarg mit düsterer Beschriftung ums Kanzleramt geschleppt... und obwohl das Anliegen der niedergelassenen Fachärzte ähnlich faktenorientiert und sachbezogen ist wie das der PEGIDA-Spinner, reicht beim Weißkittel ein einziger Spaziergang und Ruckzuck ist das Konto dick.

DENN (Regel Nummer 2) : Wenn Dein Job nicht nach China outgesourced oder binnen kurzer Zeit von fachfremden Kräften übernommen werden kann, dann PARTY, LIKE IT`S 1899.

Wie ich da jetzt drauf komme ? Nun, das hier hing heute Morgen neben der Stempeluhr :



Ja, konnte mir da jetzt auch nix drunter vorstellen. Wird eh schwierig, jetzt noch nen Gang weiter runter zu schalten, muss da andere Mittel walten lassen.

Zum Beispiel 90 Dezibel der grausamsten christlichen Rockband über den Flur schallen um auch dem letzten Streikbrecher klar verstehen zu geben... Nächstes mal ist Nickelback.


Sonntag, 24. April 2016

Es darf ruhig etwas blutiger sein

Ja, ich bin gereizt.
Nicht nur, dass Werder gegen den HSV verloren hat, ich dank eines Spontanbeschlusses meiner Tochter am Freitag den "My little Pony-Marathon" mit Bonnie und Lotte verpasst habe (es ist mir nicht peinlich, mich als großen Bronie zu outen), nein... eben fiel ihr ebenso spontan ein, sie müsse dann DOCH noch ihr Referat zu MORGEN machen, nachdem ich sie zwei Wochen dazu interviewt habe, ob da schon was konkret sei.

Und was das Thema angeht, hat sie dieses mal endgültig den Vogel abgeschossen.

Mal ganz ehrlich... was willste dazu noch sagen ?

Je länger ich mich damit beschäftige, desto aggressiver werde ich. Aber ich regel das wie jeder angehende Soziopath und Frauenmörder - ich empfinde tiefe Genugtuung dabei, zu wissen, dass mein Aufschnitt auf dem Abendbrot zu Lebzeiten sehr gelitten hat.

Ich finde diesen ganzen verweichlichten Bio-Öko-Kuschelansatz für´n Arsch. Für mich soll ein Truthahn das erste und einzige mal Sonnenlicht sehen, wenn bei Wiesenhof das Dach brennt und ich möchte für Antibiotika ans Kühlregal und nicht in die Apotheke.

Schon mal ne Pute aus der Nähe gesehen ? Die würden das mit uns doch genauso handhaben, wenn sie evolutionär auf´s richtige Pferd gesetzt hätten. Das würde ich jetzt einfach mal unter Pech verbuchen, liebes Schleuderküken.
Es ist natürlich nur ein Mythos, dass McNuggetkruste aus Kükenschnäbeln besteht, aber jetzt müsst ihr mit dem Kopfkino leben.

Vielleicht sollte ich heute lieber etwas früher ins Bett gehen.


Donnerstag, 21. April 2016

Offener Brief an Püppi

Ja, es kann gut sein, dass der Name Püppi hier nie wieder auftaucht. Bekam vorhin von Ihr eine kurze wie bitterböse Mail, in der mir mitgeteilt wurde, Sie sei sich zu Schade, als "Notnagel" herhalten zu müssen und hätte es ganz allgemein satt mit mir.

Ich versuche das jetzt mal zu entsättigen, vielleicht werde ich sogar wieder etwas Hunger zurückzaubern können  in dieses verrückt wie kerzengerade Wesen, für welches ich sowohl das Privileg wie vielmehr die Ehre habe, es "Püppi" nennen zu dürfen.

Muss Dir nicht erzählen, dass es nicht wirklich ums Stöpseln geht, denn ausgerechnet das ist ja meistens auf deinem Kraut gewachsen. Bin der letzte, der sich da beschwert ... es ist brillantes Kraut, spektakulär geradezu. Würde niemals tauschen wollen. Dennoch ... es geht mir (wie immer) nicht ums Stöpseln.

Ich will nur nach Hause in Dein Baumhaus mit den vielen Büchern über Tiere des Waldes, ich möchte neben Dir auf dem Teppich liegen und unbeschwert lachen, ich möchte Dich noch mal genau so schüchtern ansehen wie vor 25 Jahren in der Schule.
Du bist ein Stück meiner Heimat, Du bist herzensgut und niemand näht Wunden besser als Du. Vermutlich, weil Du zum Schluss etwas Liebe drüberschmierst.
Du hast im Alleingang "schräg" kultiviert. Du denkst schräg, atmest schräg, Du schaust schräg,
Du bist schräg... im positivsten Sinne.

Dafür liebe ich Dich. Als Freund. Schon immer.

Natürlich könnte ich mir mehr vorstellen, habe das ja im Verlauf all der Jahre immer wieder probiert.

Gebremst wurde ich durch Dich und "Die Umstände", sprich : Deine Ehe.

Lass uns spazieren gehen. Bitte.


Mr. Jones von Counting Crows auf tape.tv.

Dienstag, 19. April 2016

Zu alt für Hashtags

Endlich setzt bei mir der Altersstarrsinn ein, da habe ich mich schon lange drauf gefreut.

Schon schlimm genug, dass ich jetzt der offiziell Beauftragte der gemeinsamen Elternschaft sein soll, der schaut, was das Mädel so hochlädt (Snapchats, die Blutsverwandte erblinden lassen) oder was der Junge so runterlädt (Stichwort : "Aber da stand, das Runterladen des Handyspiels sei gratis")

Natürlich kann ich die beiden nicht einfach so online stalken, ich muss den Maximum-Mimikri-Modus walten lassen und mich einfach in Ihre Welten einblenden.

Das fällt mir erheblich schwerer als gedacht.
MUSS man Hashtags benutzen, wenn man sein Frühstück postet ?

Bonnie hat mir eben noch kurz die Basics von Snapchat erläutert, auch das wird wohl nicht meine Welt. Genau wie Tinder. Nicht, dass ich es brauchen würde, aber als ich eben erfuhr, wer es wofür nutzt, kamen mir wortwörtlich die Tränen. Hätte ich gewusst, was man da in meinem Alter noch mitnehmen kann... Wahnsinn.

Soooo, ich werde mich jetzt in meine supertränensaugfähige Werder-Bremen Flagge einrollen und mir das Gemetzel äh...DfB-Halbfinale gegen die Bayern in Bayern anschauen.

Wir haben ja nix zu verlieren.
Wo ist das Phrasenschwein ?

Aaaaaalt bin ich.





Montag, 18. April 2016

Ich muss sie warnen

Es ist 2 Uhr nachts und ich kann einfach nicht schlafen, wenn ich die liebe Lotte am Dienstag einfach ungebrieft nach Hamburg zu "Marc-Uwe-Kling´s Känguru Chroniken" gehen lassen würde.
Bonnie hatte uns Premierentickets für heute gekauft und weil ich so blind vor lauter Freude war, habe ich keine weiteren Details erfragt.

So wäre es beispielsweise eine interessante Info gewesen, dass es sich um ein Theaterstück (!) handelt, welches nach US-Maßstäben wohl das Prädikat Off-Off-Off-Off Broadway erhalten hätte.

Warum ich jetzt ausgerechnet Lotte warnen möchte - sie liebt das Känguru genau so wie es ist,
Ihr Kater heißt Marc-Uwe und sie ist die Systemádministratorin des Asozialen Netzwerkes.

Der Geist der Bücher ist in dem groben Klamauk on stage aber selbst mit bestem Gewissen nicht mehr wiederzuerkennen. Es ist sicherlich für Kinder unterhaltsam, denn es stellt kaum unangenehme Fragen, so wie es die Trilogie in unerreichter Leichtigkeit und Furor aber auch teils mit Widerhaken tat. Ich meine es nicht mal böse -  es war ein kurzweiliger Abend, aber es war halt nicht Marc-Uwe Kling´s Känguru.

Merchandising gab es natürlich auch nicht - hätte mir gerne mal Prinzessin Popelkopf gekauft. Endlich ein Kinderbuch nach meinem Geschmack. Was auch immer der Mann anpackt - es wird zu Gold.

Ansonsten läuft mein Leben wieder... nächsten Freitag gibt es endlich wieder voraussichtlich ne ausgiebige Runde BowChickkaWowWow in meinem Leben. Den Part habe ich zwar nicht unbedingt vermisst, aber das hilft erfahrungsgemäß gegen beschissene breeak-ups. Und auch wenn ich aussehe wie ein Buntglascontainer aus den 80ern, so habe ich tatsächlich scheinbar immer die Möglichkeit ne liebe Ex-Freundin mit ner Kurznachricht zu reaktivieren. Lauter liebe Leute.

Dann muss ich beim karaoke mit den Kids auch nicht mehr heulen, wenn diese Zeilen kommen :

Die wird wohl klar kommen, ja

Apropos Kids... die sind neuerdings herzensgut und wunderlieb. Die ahnten wohl auch, dass ich an der Frau hing, aber finden es besser, dass ich jetzt in Lübeck bei Ihnen bleiben kann.




Gestern noch ein paar Runden mit dem Hund, nachdem WERDER GEGEN WOLFSBURG GEWONNEN HATTE (Die Hoffnung stirbt zuletzt).

Und auch sonst ist das Leben gerade absolut okay. Freue mich auf neue Abenteuer.

Zum Beispiel aufs Brillenumtauschen - denn DAS DING geht ja wohl gar nicht :